Quelle: NZZ / MarketScreener Deutschland | Datum: 2026-03-03/04

(SN) Der Streit zwischen dem KI-Unternehmen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium (Pentagon) hält die Tech-Welt in Atem – und eskaliert täglich weiter. Einige Investoren von Anthropic versuchen mit Hochdruck, die Folgen des Streits einzudämmen, da sie befürchten, ein anhaltender Konflikt könnte das Geschäft des Unternehmens schwer schädigen. In den vergangenen Tagen hat CEO Dario Amodei das Thema mit einigen der wichtigsten Investoren und Partnern besprochen, darunter auch Amazon-CEO Andy Jassy. Risikokapitalfirmen wie Lightspeed und Iconiq stehen ebenfalls in Kontakt mit den Führungskräften. Im Mittelpunkt der Gespräche steht das Ziel, ein Verbot der Anthropic-KI für sämtliche Pentagon-Auftragnehmer zu verhindern.

Anthropic hatte am 27. Februar eine von Kriegsminister Pete Hegseth gesetzte Frist verstreichen lassen, alle Nutzungsbedingungen des KI-Systems für das Pentagon aufzuheben. Hegseth erklärte die Firma daraufhin zum Lieferkettenrisiko – es ist das erste Mal, dass eine amerikanische Firma von einer amerikanischen Regierung so klassifiziert wird; bisher war dies ausländischen Firmen vorbehalten. Präsident Donald Trump hatte sich persönlich eingeschaltet und Anthropic aus allen Regierungssystemen verbannt. Anthropic hat nun angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Klassifizierung als Lieferkettenrisiko einzulegen.

Kern des Konflikts: Anthropic schließt zwei Einsatzfälle für seine Modelle konsequent aus – Massenüberwachung im Inland und KI in autonomen Waffen ohne menschliche Kontrolle. Massenüberwachung sei inkompatibel mit demokratischen Werten; für vollständig autonome Waffensysteme sei die heutige KI nicht zuverlässig genug.

Dieser Fall stellt erstmals die Frage, wer über den ethischen Einsatz mächtiger KI entscheidet – ein Privatunternehmen oder eine demokratisch gewählte Regierung.


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