Das US-Verteidigungsministerium hat den Informatiker Gavin Kliger zum neuen Chief Data Officer ernannt und ihn damit an die Spitze seiner wichtigsten KI-Vorhaben gestellt. Kliger war zuvor zentral an der „Department of Government Efficiency“ (DOGE) beteiligt, einem von Elon Musk initiierten Projekt zur massiven Verschlankung der Bundesverwaltung, das stark auf Datenzugriff und KI-gestützte Analysen setzte. Laut offizieller Mitteilung soll Kliger nun die „tägliche Ausrichtung und Umsetzung der KI-Projekte“ des Pentagons steuern und direkt mit den führenden KI-Laboren des Landes zusammenarbeiten, um militärische Fähigkeiten zu stärken.
Für Kritik sorgt, dass Kliger in sozialen Netzwerken in der Vergangenheit Inhalte des Rechtsextremisten Nick Fuentes und des Misogynen Andrew Tate verbreitet hat, was Zweifel an seinem Urteilsvermögen und seinen Werten weckt. Die Ernennung fällt in eine Phase, in der die KI-Strategie des Pentagons ohnehin im Zentrum einer Grundsatzdebatte steht: Nach einem heftigen Streit über Einsatzgrenzen von KI beschloss die Regierung zuletzt, Anthropic aus sicherheitsrelevanten Projekten herauszuhalten und stattdessen enger mit OpenAI zu kooperieren.
Anthropic hatte sich geweigert, seine Systeme für autonome Waffen und weitreichende Überwachung US-amerikanischer Bürgerinnen und Bürger freizugeben; das Verteidigungsministerium beharrt darauf, im Rahmen des US-Rechts möglichst wenige technische Einschränkungen zu akzeptieren. Die Personalie Kliger steht damit symbolisch für eine Linie, die auf maximale operative Flexibilität und schnellen Ausbau militärischer KI-Fähigkeiten setzt – und das Risiko politischer Polarisierung bewusst in Kauf nimmt.
Für Führungskräfte im Zivilbereich ist das ein deutliches Signal, dass Fragen von Wertebasis, Datenzugriff und KI-Governance nicht mehr voneinander zu trennen sind.
Quelle: WKZO / US News / The Independent (Reuters-Text), 2026-03-06

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