(SN) Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des EZB-Rats, betont in einer Rede in Karlsruhe, dass KI die Arbeitswelt tiefgreifend umformt, bislang jedoch keine Nettovernichtung von Jobs in Europa verursacht.

Er bezeichnet KI als „Gamechanger“, weil Automatisierung zunehmend auch kognitive Tätigkeiten wie Programmierung, Buchhaltung, Kundenservice und Forschung erfasst. Standardisierte Wissensarbeit verliere ihren eigenständigen Wert, da viel davon bereits heute schneller und günstiger von KI erledigt werden könne.

Gleichzeitig erinnere die historische Erfahrung daran, dass technologische Revolutionen unterm Strich mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet hätten.

Interne Analysen der EZB deuteten laut Nagel darauf hin, dass Unternehmen mit intensiver KI-Nutzung häufig sogar höhere Beschäftigung aufweisen. Entscheidend sei der Übergang zu Tätigkeiten, in denen Aufsicht, Urteilskraft und kritische Bewertung im Vordergrund stehen, während Routinetätigkeiten zurückgehen.

Für die Bundesbank selbst sei digitale Expertise unverzichtbar geworden – etwa bei der Nutzung großer Datensätze für Geldpolitik, Bankenaufsicht und Zahlungsverkehr. Nagel verweist auf Befragungen, wonach der Anteil der Unternehmen in Deutschland, die generative KI nutzen oder bis Ende 2026 einführen wollen, von gut einem Viertel auf über die Hälfte steigt, mahnt aber, dass tiefere Integration in Prozesse erhebliche Investitionen, Weiterbildung und Governance erfordert.

Quelle: Econostream, „ECB’s Nagel Says AI Is Reshaping Work but Not Yet Destroying Jobs“, 2026-03-17, Lesezeit k. A.


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