Quelle: Nachrichten.at / WirtschaftsWoche / dpa | Datum: 2026-03-05 | Lesezeit: ca. 4 Min. 🔗 https://www.wiwo.de/politik/ausland/volkskongress-was-hinter-chinas-fuenfjahresplan-steckt/100205309.html

Der beim Nationalen Volkskongress vorgestellte neue Fünfjahresplan umfasst 141 Seiten – und KI wird darin mehr als 50 Mal erwähnt.

Im Zentrum steht das Ziel größerer technologischer Eigenständigkeit: China will in Schlüsselbereichen wie Halbleitern und Künstlicher Intelligenz (KI) unabhängig werden. Zugleich werden Zukunftsbranchen wie Quantentechnologie, Kernfusion und Drohnen-Anwendungen systematisch gefördert.

Besonders bemerkenswert ist die strategische Wende: Als neues Instrument im Wettbewerb mit den USA setzt China überraschend auf eine Open-Source-Strategie für KI. Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist, soll zur Vorzeigestrategie werden.

Analystin Tilly Zhang von Gavekal Dragonomics kommentierte: „Dies ist ein wesentlicher Unterschied zwischen dem chinesischen und dem amerikanischen KI-Ansatz. China hat dies sehr sorgfältig studiert und beschlossen, Open-Source-KI zu einem Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA zu machen.“

Peking rollt gleichzeitig eine allumfassende „AI Plus“-Initiative aus, die KI tief in Fertigung, Finanzen, Gesundheitswesen und Verwaltung integriert. Mit über 4.500 ausgewiesenen KI-Unternehmen strebt China an, die Produktivität klassischer Industrien durch algorithmische Optimierung exponentiell zu steigern.

Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Der Wettbewerber von morgen kommt nicht mit niedrigen Löhnen, sondern mit technologischer Überlegenheit.


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